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NEUES DOJO – Umwidmung einer Kirche

Dojo: stiller Übungsort und Wegbegleiter

Do (道) steht für Weg, Jo (場) für Ort. In Japan bezeichnet der Begriff Dojo die Trainingsräume für Kampfkünste und die Meditationsräume in Zen-Klöstern.

Unser Dojo ist in die entwidmete Dreifaltigkeitskirche nach Köln-Ossendorf gezogen. Mit der evangelischen Gemeinde habe ich einen Vertrag geschlossen, der einer Erbpacht nahekommt.

Der Respekt vor dem baulichen und spirituellen Erbe hat mich bewogen, bei dem Architekten Prof. Paul Böhm anzufragen und ihn ins Boot zu holen. Mit viel Fingerspitzengefühl und Achtung vor dem Bestand wurde vor allem mit Holz und Putz – puristisch und zugleich markant – aus der Kirche ein wunderschönes, körperlich erlebbares Dojo. Ein Dojo, das Erdung bietet und die Sinne öffnet.

Foto: Lukas Roth

Von innen nach außen

Da wir uns von innen nach außen vorarbeiten, sieht man zurzeit von draußen "nur" das neue schöne rote Dach, die verputzten und dunkelgrau gestrichenen Giebel, die elf neuen Fenster, die erneuerte Schutzverglasung vor dem Auferstehungsfenster, bei Dunkelheit das warme Licht und den neuen Eingang: eine schwere, japanisch anmutende Holztür mit Vordach.

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Abgebaut haben wir die wuchtige, sehr in die Jahre gekommene Überdachung eines Weges auf dem Vorplatz. Sie hatte die Sicht auf die schöne, klare Silhouette des Gebäudes und auf fünf prächtige Bäume verstellt. Das alte Hauptportal – jetziger Notausgang – ist erhalten, fein abgeschliffen, aufgearbeitet und links und rechts mit Milchglasscheiben ergänzt.

Vision

Einer alten Vision bin ich ein weiteres, großes Stück näher gekommen. Schon als Jugendlicher, geprägt durch die nicht heilenden Kriegstraumen meiner Mutter, verspürte ich den Wunsch, etwas Frieden und Stabilität in die Welt zu bringen. In meinen Dreißigern entwickelte ich die Kampfkunst Aikido beharrlich zu einem Friedensweg weiter. In meinen Vierzigern habe ich in Zusammenarbeit mit Christina Barandun ein Buch über diesen Übungs- und Erfahrungsweg geschrieben und damit begonnen, Aikido-Lehrer*innen auszubilden.

Erfahrung

Das ehemalige Dojo in der Silcherstraße war eine in den 50er-Jahren erbaute Lkw-Garage.

In 33 Jahren und durch Abertausende-Übungsstunden ist es zu einem Ort herangereift, in dem die Idee der Kampfkunst als Friedensweg lange gelebt wurde und deutliche Spuren hinterlassen hat. Ein Raum, der dazu einlud, sich gesund zu bewegen, in Kontakt mit sich und anderen zu sein, in Stille Abstand zum Alltag zu gewinnen, vielleicht auch das eine oder andere zu reflektieren und gelassener zu werden.

Diese Arbeit jetzt in einer kleinen früheren Kirche fortzuführen, die selbst schon jahrzehntelang ein Ort der inneren Einkehr war, motiviert mich zutiefst.

Foto: Marlis Wodara

Für unser Veedel, für unsere Stadt

Ein besonderes Gebäude in Ossendorf bleibt erhalten. Eines, das für das Viertel auch in städtebaulicher Hinsicht prägend ist. Es konnte durch die Umnutzung in unser Aikido-Dojo vor dem Rückbau bewahrt werden. Das Grundstück, in der Nähe des Rochusparks gelegen, wird auch mit der künftigen Nutzung ein guter Ort für die Menschen bleiben.

Zeichnung: Paul Böhm

Auszeit im Alltag

Neben dem täglichen Übungsbetrieb wird das Dojo in Zukunft regelmäßig einige Stunden in der Woche für Nachbar*innen, Neugierige und Ruhesuchende offen sein. Sie sind eingeladen, ein bisschen Dojoluft zu schnuppern, die Räume zu erleben, in die Stille zu gehen, für sich zu sein.

Stein auf Stein

Über drei Jahre Projektarbeit mitten in der Pandemie liegen hinter mir: Ideen entwickeln, vorstellen, verhandeln, planen, Rückschläge akzeptieren, verwerfen, neu und weiter planen, erzählen, zuhören und immer wieder aufs Geld schauen. Mit zahllosen Fachleuten war ich vor Ort. Vor allem aus der Heizungsbranche! Vieles habe ich gelernt. Meine Vorfreude auf das neue Dojo (fast) nie verloren.

Foto: Marlis Wodara

Ein Jahr wurde umgebaut. Im Januar 22 sind wir eingezogen und mit coronabedingter Vorsicht haben wir hier den Übungsbetrieb aufgenommen. Die Arbeiten gehen – nun deutlich langsamer – weiter.

Luxus der Leere

Ein Dojo ist im Wesentlichen ein großer, leerer Raum, der sich offen, weit – und im neuen Dojo auch nach oben – ausdehnt und sichtbar Platz schafft für körperliche und geistige Bewegung. Ein Luxus in unserem dichten Alltag voller Dinge und Themen.

Von der Zen-Ästhetik inspiriert, ist ein Dojo schlicht, klar und harmonisch gestaltet. Es braucht nicht viel, um Aikido zu üben. Aber das Wenige, was es braucht, wird mit viel Liebe und Hingabe gepflegt. Dieses Ideal der Reduktion bedarf einer sorgfältigen Planung und Umsetzung. Jeder Baustein ist von Belang. Auch was nicht sichtbar ist, ist spürbar.

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Für unser Klima

  • Das Dojo hat eine Pelletheizung,
  • eine solarthermische Anlage,
  • zwei große Energie-Pufferspeicher (Wasser) bekommen.

Drei aufeinander abgestimmte Anlagen mit einer exzellenten Ökobilanz. Kein Öl. Kein Gas. Sondern Holzpellets! Die Kraft der Sonne! Und die Fähigkeit von Wasser, Wärme zu speichern! – Pellets sind kleine, zylinderförmige Körper und bestehen aus Säge- und Holzspänen, die in Sägewerken anfallen. Sie sind regional verfügbar. Mit Pellets heizen gilt als 100 % klimaneutral.

Die schwierigste Heizungsaufgabe: die großen Fensterflächen und die hohe Decke im Übungsraum. Das ist zwar traumhaft schön, aber diesen Raum im Winter ökologisch und bezahlbar warm zu halten, ist ein Kunststück für sich.

Die Lösung: Ein hochwertig wärmeisoliertes Dach und die Expertise einer erfahrenen Kirchenheizungsfirma. Sie hat drei Wärmestationen neben der Matte in den Boden eingelassen. Sie erzeugen mit warmem Wasser warme Luft. Ein modernes Umluftsystem mit feinen Staub- und Pollenfiltern.

Spenden

Jede mentale, praktische oder finanzielle Unterstützung tut gut.

Oder:

Dirk Kropp, Aikido üben
IBAN: DE51 3705 0198 0002 9926 26
COLSDE33XXX
Verwendungszweck: Spende neues Dojo

Eine Spendenquittung für das Finanzamt kann nicht ausgestellt werden.

Umgang mit den Spenden

Der verantwortungsvolle und transparente Umgang mit den Zuwendungen ist mir wichtig. Wer detaillierte Auskünfte haben möchte, möge mich jederzeit ansprechen. Ich gebe gerne nähere Informationen.

Dankbarkeit

Foto: Marlis Wodara

Tief empfundener Dank an die vielen, vielen Übenden aus unserem Dojo, Ehemalige und Nachbar*innen, die das alles auf ihre ganz persönliche Art und Weise begleitet haben und begleiten. So ein Projekt bezieht und entwickelt seine Kraft nur aus einer solch breiten Solidarität.

  • Unzählige Stunden auf der Baustelle, im Garten oder im Hintergrund.
  • 150.870,56 € an Spenden.

Evangelische Gemeinde Bickendorf:

  • übernahm die Kosten für eine umfangreiche Kanalsanierung.
  • übernahm die Hälfte der Kosten einer neuen Schutzverglasung für das Auferstehungsfenster.
  • übernahm die Kosten für die Schadstoffsanierung.

Staatliche Klima-Förderung:

  • 77.100,00 € mit Innovationsbonus für einen besonders emissionsarmen Biomassekessel.
  • 25.300,00 € für eine wärmedämmende Dachsanierung.

Handwerkskunst

Architekturbüro Paul Böhm,
Holger Reif, Ekoplan,
Ertl-Tragwerk,
Patrick Posielski, P2 Brandschutz,
Sakosta, Schadstoff-Gutachter,
Multitech, Umwelttechnik,
Markus Breuer Elektrotechnik,
Putz & Stuck, Daniel Dibke,
Frescolori,
Euler-Bedachungen,
Erlus,
Tischlerei Heinrich Müller,
Gerüstbau Christian Eggert,
mateco,
Jens Peter Reichert, PR Licht,
Schmidt Licht,
Seeger, architektonisches Licht,
Florian Kick, Emit,
Theod. Mahr Söhne, Kirchenheizung,
Lindholm, Denkmalpflege,
Josef Frings, Sanitär-Heizung,
Grohe,
Geberit,
Villeroy und Boch,
KWB-Holzheizungen,
Diabos, Beton-Bohrungen,
Wüst Isolierungen,
Schneifel-Pellets,
Mario Krech, MK Bau,
Hahn-Lamellen,
Fußbodentechnik Schmitz,
Gerflor, Bodenbeläge,
Schlosserei Franke,
Laudon,
Giovanni Noé, Rohrreinigung,
N. Barsuhn – Versetzen von Schwergut,
Michels Raumideen,
Guido Jüsgen, Schornsteinfegermeister,
Christian Schmitt, Schornsteinfegermeister,
Derix Glasstudios,
Jochen Urbach,
Guett-Dern,
Aquasun,
Knauss,
Ikea,
AKM-Fensterreinigung,
Lukas Roth, Fotografie​​​​​​​​​​​​​​

Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltungen

  • 18. Mai 2022, Öffentliche Führung "Die Kraft der Leere" mit Prof. Dr. Stefanie Lieb und Prof. Paul Böhm.
  • 5. September 2020, Info-Veranstaltung für alle Bürger*innen mit Pfarrerin Uta Walger, Architekt Prof. Paul Böhm, Aikido-Übender Uli Krüger und Bezirksbürgermeister Josef Wirges.

Artikel

  • Artikel, 1. Juli 22, von Angelika Stahl im Express die Woche
  • Artikel, 24. Juni 22, von Roland Friedrich, über die Glasmalerin des Auferstehungsfenster, Ingrid Vetter-Spilker, im Schau dich um.
  • Artikel, 2. Juni 22, von Heribert Rösgen im Kölner Stadt-Anzeiger.
  • Interview, 18. Mai 22, mit Prof. Dr. Stefanie Lieb im Domradio.
  • Artikel, 14. Oktober 21, von Heribert Rösgen im Kölner Stadt-Anzeiger.
  • Artikel, 16. April 21, von Angelika Stahl im Kölner Wochenspiegel.
  • Artikel, 21. Januar 21, von Heribert Rösgen im Kölner Stadt-Anzeiger.
  • Interview, 25. August 20, von Ulrike Hilbrig und Georg Kanonenberg im Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Bickendorf.

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